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Käse aus MV kann sich sehen lassen

Ziegen Ziegenhof Sievertshagen

Käse aus Mecklenburg-Vorpommern kann sich sehen lassen: Über 20 Betriebe gehören der Milch- und Käsestraße des Bundeslandes an. Sie verarbeiten Milch nach traditionellen handwerklichen Methoden, viele davon ökologisch. Am östlichsten gelegen ist die Inselkäserei auf Usedom. Im Norden direkt gegenüber der Insel Rügen bei Stralsund liegen der Alte Pfarrhof und weitere Demeter-Betriebe. Um Rostock herum befinden sich Käsereien im Aufbau, und auch eine mobile Käserei ist darunter.

Die Betrieb, die im südlicheren Teil des Bundesland liegen, sind auch vielen Berlinern ein Begriff, etwa die Schafscheune Vietschow oder der Erdhof Seewalde, der mit seinen Milchprodukten die Spitzengastronomie in der Hauptstadt beliefert.

Typisch für die Region sind die vielen Höfe mit Ziegen- und Schafhaltung, die nicht nur viele Frischkäse, sondern auch Ricotta, Salzlakenkäse und raffinierte Weichkäse herstellen. Die Dorfschäferei Palmzin zählte beim Deutschen Käsepreis 2017/2018 gleich mit drei Sorten ihrer Schafmilch-Weichkäse zu den besten Käseproduzenten Deutschlands.

Die Milch- und Käsestraße MV wurde 2015 gegründet und die Zahl der Hofkäsereien wächst erfreulicherweise. Diesen Sonntag, am 28. April 2019, haben etliche der Mitglieder Saisonauftakt und laden ein zum Informieren, Mitmachen und Genießen.

Geöffnet haben die Dorfschäferei Palmzin, die Schafscheune Hofkäserei Vietschow, der Alte Pfarrhof in Elmenhorst, die Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden, die Ostseeländer Hofkäserei der Diakonie in Züssow, der Ziegenhof Sievertshagen, der Sternziegenhof Augzin und das Plauder Käseck, ein auf Hofkäse spezialisiertes Fachgeschäft in Plau am See. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Verbands für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM).

 

Gutes Brot sichtbar machen

Eine gute Tradition des Handwerks im Nordosten sind die öffentlichen Brotprüfungen. Brot und Backwerk werden dabei öffentlich präsentiert und von Fachleuten bewertet. Interessierte Besucherinnen und Besucher können ebenfalls nach Herzenslust schmecken, riechen, vergleichen, beurteilen und fachsimpeln.

Wir waren bei der diesjährigen Brotprüfung der Bäcker- und Konditoren-Innung Vorpommern-Rügen Anfang Februar 2018 in Stralsund dabei. Verkostet und beurteilt wurden 49 Brotsorten von einem unabhängigen Prüfer des Deutsches Brotinstitut e.V., unterstützt von Innungsobermeistern aus der Region. 33 Brote erhielten die Bestnote »sehr gut«, 13 weitere wurden mit »gut« prämiert.

Wir haben natürlich auch einige Brote probiert. Besonders gut gefallen hat uns das »Pane gusto« aus der Bäckerei Wons in Barth im Stil eines italienischen Ciabatta, jedoch dunkler, da mit hohem Roggenanteil, und angenehm säuerlich. Außerdem der Mohnzopf von der Bäckerei Arndt auf Rügen: kräftiger, dichter Teig, leichte Süße, Kruste mit schöner Textur. Außerdem das »Kartoffel-Urkorn« aus gleicher Backstube: saftig und fein-würzig durch die zurückhaltend eingesetzten Zwiebeln.

Die Prämierungen sind für die ausgezeichneten Bäckereien motivierend und letztendlich auch wirtschaftlich bedeutsam. Die Brotprüfungen machen darüberhinaus die erfreuliche Fülle und Vielfalt an gutem Brot in der jeweiligen Region öffentlich sichtbar.

Wir finden, die Innungen sollten öfter solche öffentlichen Formate nutzen, um für das Handwerk und um Nachwuchs zu werben. Sie könnten dabei noch gezielter auf interessierte Zielgruppen zugehen.

Warum nicht einmal eine öffentliche Brotprüfung mit Publikumsvoting auf einem Marktplatz oder in einer Schule? Denn wie heißt es doch: Handwerk muss klappern!