Gutes Brot sichtbar machen

Eine gute Tradition des Handwerks im Nordosten sind die öffentlichen Brotprüfungen. Brot und Backwerk werden dabei öffentlich präsentiert und von Fachleuten bewertet. Interessierte Besucherinnen und Besucher können ebenfalls nach Herzenslust schmecken, riechen, vergleichen, beurteilen und fachsimpeln.

Wir waren bei der diesjährigen Brotprüfung der Bäcker- und Konditoren-Innung Vorpommern-Rügen Anfang Februar 2018 in Stralsund dabei. Verkostet und beurteilt wurden 49 Brotsorten von einem unabhängigen Prüfer des Deutsches Brotinstitut e.V., unterstützt von Innungsobermeistern aus der Region. 33 Brote erhielten die Bestnote »sehr gut«, 13 weitere wurden mit »gut« prämiert.

Wir haben natürlich auch einige Brote probiert. Besonders gut gefallen hat uns das »Pane gusto« aus der Bäckerei Wons in Barth im Stil eines italienischen Ciabatta, jedoch dunkler, da mit hohem Roggenanteil, und angenehm säuerlich. Außerdem der Mohnzopf von der Bäckerei Arndt auf Rügen: kräftiger, dichter Teig, leichte Süße, Kruste mit schöner Textur. Außerdem das »Kartoffel-Urkorn« aus gleicher Backstube: saftig und fein-würzig durch die zurückhaltend eingesetzten Zwiebeln.

Die Prämierungen sind für die ausgezeichneten Bäckereien motivierend und letztendlich auch wirtschaftlich bedeutsam. Die Brotprüfungen machen darüberhinaus die erfreuliche Fülle und Vielfalt an gutem Brot in der jeweiligen Region öffentlich sichtbar.

Wir finden, die Innungen sollten öfter solche öffentlichen Formate nutzen, um für das Handwerk und um Nachwuchs zu werben. Sie könnten dabei noch gezielter auf interessierte Zielgruppen zugehen.

Warum nicht einmal eine öffentliche Brotprüfung mit Publikumsvoting auf einem Marktplatz oder in einer Schule? Denn wie heißt es doch: Handwerk muss klappern!

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